Nachruf - Gestorben an Hodenkrebs
Nachruf

Es ist immer erfreulich wenn die an Hodenkrebs erkrankten Menschen wieder gesund werden, doch leider ist dies nicht bei allen so. Dieser Nachruf soll Dir, lieber Leser, nicht den Mut oder die Hoffnung nehmen - Hodenkrebs ist ein sehr gut heilbarer Krebs. Dennoch, so denke ich, ist es wichtig der Realität in's Auge zu sehen - sei trotzdem mutig und stark...

Ich kannte Mikko, Marcel und Uli nicht persönlich, aber es ist immer wie in einer großen Familie. Durch die Krankheit hat man zu allen Betroffenen eine “Beziehung”. Man kennt die Gedankengänge, die Schmerzen, die Traurigkeit, die Hoffnung, das Weinen, das Lachen und vieles mehr. Das verbindet obwohl man sich vielleicht nie begegnet ist - und es schmerzt obwohl man sich vielleicht nie begegnet ist...


Gestorben an Hodenkrebs Uli Bonert


Uli starb am 28. August 2008, im Alter von 30 Jahren, an Hodenkrebs.

Die Frau von Uli teilte mir per E-Mail mit: "...Wollte Dich nur wissen lassen, dass wir den Kampf leider verloren haben. Uli ist am 28.08.2008 leider für immer eingeschlafen..."

In der letzten E-Mail schrieb mir Ulis Frau u.a.:

"...Wir haben seit Mai 07 gekämpft, gehofft, gebangt, Rückschläge erlitten, weitergekämpft, weitergehofft und am Ende doch verloren. Begreifen kann ich das alles noch immer nicht und werde es auch nie begreifen können.

Uli hatte einen Mischtumor, in dem wohl ein Teil sehr aggressiv war und dieser eine Teil hat allen Chemos getrotzt, am Ende hatte er eine Hematotoxizität unter Therapie mit Sunitinib und auch Tumorprogress unter Sunitinib, obwohl der Beta HCG durch Sunitinib um mehr als 3000 innerhalb von 2 Wochen gefallen war.

Werde auch noch mit seiner behandelnden Ärztin darüber sprechen. Es ist schwer zu verstehen, warum es auf einmal alles so schnell ging. Wir waren ja Mitte August in Urlaub an die Nordsee gefahren. Da ging es Uli in den ersten Tagen den Umständen entsprechend ganz ok. In der Nacht vom 7. auf den 8. Urlaubstag fing alles an mit starken Schmerzen in der linken Brust und unter dem Schulterblatt, eine Woche später war er gestorben obwohl der leitende Oberarzt in Bremerhaven meinte, er würde bereits das Wochenende nicht überleben.

Ändern kann ich sowieso leider nichts mehr, mit dem Geschehenen weiterleben zu müssen ist mehr als hart.

Mein Mann ist 30 Jahre jung gestorben, 4 Wochen vor seinem 31. Gegurtstag. Ob es etwas geändert hätte, wenn er früher zum Arzt wäre? Er hatte einmal etwas an seinem Hoden gespürt, da kannte ich ihn jedoch noch nicht, aber das war dann nicht mehr tastbar und deshalb war er nicht zum Arzt gegangen. Verständlich irgendwie, denn wenn nichts mehr ist, warum dann zum Arzt. Ich glaube, so würden viele reagieren.

Niemand kann sagen, ob es am Krankheitsverlauf etwas geändert hätte. Vielleicht, aber es ist sinnlos, sich darüber noch Gedanken zu machen.

Wichtig für alle jungen Männer wäre eine sehr gute Aufklärung über diese Krankheit, die fast nur junge Männer betrifft. Für alle anderen ist es wichtig, dass sie zum Arzt gehen, wenn nur der kleinste Verdacht besteht, oder aber nur irgendwas nicht so ist, wie es sein sollte. Und vor allem ist eine offene und ehrliche Aufklärung durch den behandelnden Arzt immer wichtig. Dies haben wir in Tübingen vermißt. In Bremerhaven waren die Ärzte sehr offen und ehrlich. Das ist zwar hart, aber man kann irgendwie besser mit der Situation umgehen.

Dir wünsche ich, dass die Krankheit für alle Zeit ihre gierigen Greifer von dir genommen hat. Allen Betroffenen wünsche ich Kraft und Mut für den Kampf.

Liebe Grüße,
Conny"


Gestorben an Hodenkrebs Marcel Wendel


Marcel starb am 20. Oktober 2006, im Alter von 25 Jahren, an Hodenkrebs.

Die Mutter von Marcel teilte u.a. per Gästebuch mit: "...Mein Sohn Marcel hatte Hodenkrebs und eigentlich eine gute Prognose der Ärzte. Aber Marcel reagierte wie viele Andere und gab sich auf. Als der Krebs Ihn dann so schwächte, dass wir ihn endlich gegen seinen Willen ins Krankenhaus bringen konnten, war es zu spät. Er wollte nun kämpfen, er tat es auch leider hatte der Krebs Metastasen in fast allen Organen gestreut. Nach 10 Tagen Kampf hatte er verloren..."

In der letzten E-Mail schrieb mir Marcels Mutter u.a.:

"Unser Sohn Marcel starb am 20.10.2006 in meinen Armen. Er war erst 25 Jahre jung.
Trotz guter Prognosen der Ärzte, gutes Zureden seiner Freundin, seines Bruders und Schwester, war die Angst den Kampf anzutreten größer. Als er dann endlich zu kämpfen begann war es zu spät.
Bitte liebe Betroffenen: GEHT ZUM ARZT !!!  GEBT NICHT AUF !!!
Es gibt nichts Schlimmeres auf dieser Welt als einen geliebten Angehörigen zu verlieren! Dieser Schmerz ist größer als ein Gang zum Arzt.
In diesem Sinne wünsche ich viel Kraft und Kampfesgeist.
Eure Beate"


Gestorben an Hodenkrebs Mikko Kleinelsen


Mikko starb am 04. Dezember 2005, im Alter von 25 Jahren, an Hodenkrebs.

Die Eltern von Mikko teilten mir mit: "...das Mikko in ihren Armen gestorben ist. Trotz einer von Anfang an schlechten Prognose (Mikko war viel zu spät zum Arzt gegangen) war Mikko bis zum Schluß optimistisch gesund zu werden. Dieser Optimismus war sicherlich für ihn typisch und auch ein gewisser Selbstschutz um mit der Krankheit klar zu kommen."

In einer weiteren E-Mail schrieben mir Mikkos Eltern u.a.:

"Was wir uns als Familie von Mikko wünschen, ist das Betroffene:
- den Mut haben rechtzeitig und ohne falsche Scham zum Arzt zu gehen,
- sie von ihren Familien und Freunden die nötige Unterstützung erhalten, um mit der
  Diagnose und den Therapiemassnahmen klar zu kommen,
- fest davon überzeugt sind, wieder gesund zu werden."

Mikko selbst, schrieb mir in einer E-Mail vom 31. August 2005 u.a. zu seiner Diagnose:

"...Ich bin 25 und leide seit Juli letzten Jahres an Hodenkrebs! Ich hatte Metastasen im Gehirn, im Halswirbel, im Brustwirbel, in der Lunge, in der Leber und im Bauchraum!! Davon ist nur noch ein bisschen im Bauchraum vorhanden! Durch die Metastasen in der WS musste sie mit Titan versteift werden, was mich aber nicht in der Bewegung einschränkt! Lag von Juli bis Dezember im KH!! Zur Zeit kriege ich ambulante Chemo mit Gemcitabine, Oxaliplatin und Taxol!..."



Anmerkung

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Gott selbst wird die Tränen abwischen.
Ich hoffe wir sehen uns dann, bis denn...

Thomas





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