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Behandlung eines Nichtseminom (Nicht-Seminomen) Behandlungsarten bei Hodenkrebs

Die Behandlung des Nichtseminom
Bei der Behandlung von Nichtseminomen stehen, nach erfolgter Orchiektomie - und wenn es noch keinen Hinweise auf Lympfknotenmetastasen oder Absiedlungen in andere Organe gegeben hat (N0M0) - folgende mögliche Behandlungsmethode zur Verfügung:


1) Wait-and-see-Strategie *
Es erfolgt erst einmal keine weitere Therapie bzw. Behandlung des Nichtseminom, sondern man wartet ab und kontrolliert engmaschig.

Da bei sorgfältigen und engmaschigen Kontrollen, in regelmäßigen Abständen, ein Wachstum rechtzeitig entdeckt werden würde, kann sich der Nichtseminom-Patient für diese Vorgehensweise entscheiden. Die Heilungschancen verschlechtern sich hierdurch nicht.

Das Rückfall-Risiko bei einem Nichtseminom ist besonderst hoch wenn bereits Tumorzellen in die Hodengefäße eingedrungen sind, also eine Gefäßinvasion stattgefunden hat. Hier ist von einer Wait-and-see-Strategie abzuraten, da das Risiko für okkulte (noch nicht sichtbare) Metastasen bei ca. 50% liegt. In diesem Stadium ist das Nichtseminom ggf. zwar weder bildlich noch über Tumormarker nachweisbar, jedoch würde es zu einem erneuten Wachstum des Nichtseminomen kommen.


2) Vorbeugende Behandlung des Nichtseminom wegen Rückfall Risiko
Möchte der Nichtseminom-Patient das ca. 50 % Rückfall-Risiko verringern, so stehen für die prophylaktische Behandlung zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen die retroperitoneale Lymphadenektomie (RLA) und zum anderen die Chemotherapie.
2a) Operation (RLA) des Nichtseminom-Patienten
Bei der retroperitoneale Lymphadenektomie handelt es sich um eine Operation, bei der die Lymphknoten im hinteren Bauchraum entfernt werden.
2b) Chemotherapie des Nichtseminom-Patienten
Es erfolgt eine Chemotherapie mit zwei bis drei Medikamenten (Zytostatika). Die Dauer der chemotherapeutischen Behandlung beträgt sechs Wochen. Diese Form der Chemotherapie erfolgt an bestimmten Tagen innerhalb der sechs Wochen, jeweils stationär. Liegt bereits eine Gefäßinvasion vor, ist die Chemotherapie das sicherste Therapie-Verfahren.


3) Sofortige Behandlung des Nichtseminom-Patienten
Bei folgenden Gegebenheiten sollte mit sofortiger Behandlung des Nichtseminom-Patienten begonnen werden:
- Es bestehen bereits Lymphknotenmetastasen.
- Es bestehen bereits Absiedlungen in andere Organe.

Sind die Tumormarker negativ, jedoch bereits Lymphknotenmetastasen im hinteren Bauchraum bis zu 2 cm Durchmesser vorhanden, so kann deren operative Entfernung sinnvoll sein. Alternativ kann auch engmaschig kontrolliert werden.

Kommt es allerdings zu einer Vergrößerung der Befunde, so muss mit einer operativen Entfernung oder/und Chemotherapie begonnen werden.

Die Anzahl der Chemotherapie-Zyklen richtet sich nach:
- dem Ausmaß des Lymphknotenbefalls,
- der Art der befallenen Organe,
- der Höhe der Tumormarker,
- der Tumorstadium-Klassifikation

Nach erfolgter Chemotherapie müssen die ggf. noch vorhandenen restlichen Restbefunde die größer als 1 cm sind, operativ entfernt werden.




* Andere Namen für Wait-and-see-Strategie:
Watch-and-wait Strategie, Surveillance-Strategie)


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